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Hitze und Arbeit

01.10.2019 14:33 |
von RA Dr. Katharina Laschinski

Heiße Sommertage sind für die, die noch keinen Urlaub haben, nicht nur gefühlt eine Belastung. Hier kommen auch ganz objektiv Gesundheitsschutz und Arbeitgeberpflichten zum Tragen. Nach dem Arbeitsschutz- Gesetz hat der Arbeitgeber u.a. bei hohen Temperaturen Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer zu ergreifen. Dabei muss er den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen (§ 4 Nr. 3 ArbSchG).

Bei Hitze helfen hier die Arbeitsstättenregeln Raumtemperatur, die ein Ausschuss beim Bundesarbeitsministerium erstellt. Diese geben etwa Richtwerte für geeignete Raumtemperaturen je nach Arbeitsbelastung und enthalten Vorschläge zum Schutz der Arbeitnehmer (gerade besonders schutzbedürftiger Beschäftigter, wie Schwangere, stillende Mütter, gesundheitlich vorbelastete Angestellte). Beispiele sind gezielte Lüftung, Jalousien, Lockerung von Bekleidungsregeln oder Bereitstellung von Trinkwasser.

Verbindlich sind diese Vorgaben nicht. Aber der Arbeitgeber müsste ansonsten im Rahmen einer Gefährdungsanalyse selbst Schutzmaßnahmen ersinnen, um dem ArbSchG gerecht zu werden. Hält er sich aber an die Arbeitsstättenregeln, darf er sich darauf verlassen, alles zum Schutz seiner Mitarbeiter vor Hitze getan zu haben.

Unternimmt der Arbeitgeber nichts, sollte man sich keinesfalls eigenmächtig „hitzefrei“ geben. Hier können (wenn auch theoretisch ein Zurückbehaltungsrecht denkbar sein mag) Abmahnung oder sogar Kündigung drohen. Abgesehen davon darf der Arbeitnehmer aber bei unmittelbarer erheblicher Gefahr den Arbeitsplatz sofort verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen (§ 9 Abs. 3 ArbSchG). Und anstelle eines untätigen Arbeitgebers kann die zuständige Behörde im Einzelfall Schutzmaßnahmen anordnen.

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