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Thema facebook

09.01.2014 14:48 |
von RA Dr. Katharina Laschinski

Es gibt nichts umsonst. Und wenn etwas kein Geld kostet, dann etwas anderes: zum Beispiel Ihre Daten. Zum Beispiel bei Facebook: für die Nutzung der Plattform muss man kein Geld bezahlen. Die begehrte Währung ist eine andere, nämlich Ihre Daten. Die wiederum sind Geld wert, was Werbetreibende zahlen. Das ist inzwischen eigentlich  eine Binsenweisheit, aber noch immer gehen viele zu achtlos mit (privaten) Informationen über sich selbst um. So liest wohl auch kaum jemand die Nutzungsbedingungen von Facebook.

Die 4.325- Wörter- langen Bestimmungen werden von Daten- wie Verbraucherschützern heftig kritisiert, da sie vor allem durch unbestimmte Formulierungen und wenig Übereinstimmung mit deutschem Datenschutzrecht „glänzen“. Freundlich und im Du erklärt man sich hier unter anderem mit der Weitergabe der eigenen Daten an irgendwelche Dritte zu irgendwelchen Zwecken einverstanden. Auch Ihre  eigenen  Bilder sind nicht sicher. Posten Sie etwa Fotos von sich selbst oder, die Sie gemacht haben, also stellen sie diese in Ihr Facebook- Account ein, dürfen diese von Facebook weltweit genutzt werden. Daran ändert unter Umständen nicht einmal die Löschung Ihres Accounts etwas, denn sobald Sie Ihre Inhalte mit anderen Nutzern geteilt haben, kann Facebook über sie auf die Inhalte zugreifen. Aus der Sache kommt man also bei weitem nicht so leicht wieder raus, wie man hinein geraten ist. Facebook und andere soziale Netzwerke gehören zum Alltag und sind für viele wohl kaum noch wegzudenken. Nutzen Sie das, aber seien Sie sich über den Preis bewusst, den Sie zahlen.

Der wichtigste und einflussreichste Datenschützer für Ihre eigenen Daten sind zunächst Sie selbst und zwar bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

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© Rechtsanwälte Wiese und Kollegen in Erfurt / Thüringen