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Dachlawinen

02.12.2011 15:07 |
von RA Dr. Katharina Laschinski

Glühwein, Kälte, Schnee und Eis, die Winter- und die Weihnachtszeit sind da. Die Englein, das Christkind und der Weihnachtsmann machen sich bereit, um aus ihren himmlischen Höhen herab zu kommen und uns allen auf Erden kleine und größere Freuden zu bereiten… Da fällt auch schon der erste Schnee und bald wird klar: Nicht alles Gute kommt von oben.

Dachlawinen etwa gehören leider auch zum Winterwunderland und sind gar nicht erfreulich. Je schwerer die Schnee- und Eislast auf den Dächern wiegt, umso eher können solche Brocken herunterrutschen auf Fußwege oder Parkplätze. Den Rest kann sich jeder denken - Beulen am Kopf oder am Auto sind die Folge. Und wer ist verantwortlich, wenn’s passiert? Grundsätzlich muss jeder auf sich selbst aufpassen. Denn es besteht keine allgemeine Pflicht, andere vor Selbstgefährdung zu bewahren. Ausnahmen gibt es nur, wenn so genannte Verkehrssicherungspflichten greifen- z.B. von Hauseigentümern, von deren Dach der Schnee fällt. Vorausgesetzt dafür ist, dass der Hauseigentümer eine Gefahrenlage schafft oder in seinem Verantwortungsbereich andauern lässt.

Dann folgt daraus die Pflicht, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um naheliegende Gefahren für andere möglichst zu verhindern. Wie weit diese Pflicht gerade bei Dachlawinen reicht, hängt vom Einzelfall und von Zeit und Ort des Geschehens  ab. Mögliche Pflichten wie etwa zum Anbringen von Schneefangzäunen oder auch zum Beräumen des Daches, können sich nämlich z.B. aus der jeweiligen Bauordnung oder aus der Ortssatzung ergeben. Ansonsten sind die Umstände des Einzelfalls entscheidend, wie Schneewahrscheinlichkeit, Ungewöhnlichkeit der Wetterlage etc.

Also immer mal ein Blick nach oben kann nicht schaden, um nicht die Englein singen zu hören…

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