STRG und + STRG und -
Details

Ausbildungsvertrag

02.12.2011 14:50 |
von RA Matthias Wiese

Sich als Starkoch die Michelin- Sterne vom Himmel holen und die Gault Millau- Hauben sammeln, vom Feinschmecker umworben, von Gästen verehrt und gefeiert. Am Anfang steht aber erst einmal eine gute Ausbildung und jeder kennt den alten Spruch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Schnippeln, putzen, braten, schälen und manchmal auch den ganzen Tag nur eines davon gehören dazu. Dann ist öfter mal Küchendienst angesagt, während die Freunde am Wochenende feiern. Die ersten Monate mag es ja noch gehen, aber mit der Zeit verliert schon der eine oder die andere die Motivation. Und dann hinschmeißen? Auch nicht so einfach: Aus dem Ausbildungsvertrag kommt man zwar heraus. Ohne Gründe und ohne Fristen ist die Kündigung innerhalb der Probezeit möglich. Danach wird es schon schwieriger. Fristlos kann nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Wenn der Azubi die Berufsausbildung aufgeben und sich in einem anderen Beruf ausbilden lassen will, muss er eine Kündigungsfrist von vier Wochen einhalten.

Übrigens kann diese Begründung zwar im Einzelfall nicht überprüft werden. Flunkern und im selben Beruf in einem Konkurrenzunternehmen die Ausbildung fortsetzen kann aber teuer werden. Damit macht man sich nämlich schadenersatzpflichtig. Aber selbst, wenn man wirklich in einen anderen Beruf wechseln will, ist neben der Kündigungsfrist noch einiges zu beachten: So brauchen minderjährige Azubis für eine wirksame Kündigung die Einwilligung ihrer Eltern. Diskussionen mit den Eltern bleiben da kaum aus. Dazu kommt im Einzelfall noch die Berufsschule. Läuft das Schuljahr, kann nicht ohne weiteres gewechselt werden. Und schließlich muss man sich ja auch einen neuen Ausbildungsplatz suchen- so mitten drin kann es aber sein, dass alle Ausbildungsplätze vergeben sind. All das kostet Nerven und Zeit.

Also lieber vorher die richtige Wahl treffen und dran bleiben. 

Zurück

© Rechtsanwälte Wiese und Kollegen in Erfurt / Thüringen